Österreich plant grünere Schulen

Österreich investiert 2,4 Milliarden Euro in die Erneuerung seiner Schulen. Wie weit wird eine nachhaltige Zukunft mitgedacht?


Österreichs Bundesregierung hat Mitte Mai ein Investitionspaket für die Erneuerung der Schulen angekündigt. 2,4 Milliarden Euro sollen bis 2030 in Neubauten, Zubauten und die Sanierung von 270 Schulen fließen. Das Paket soll die Schulen moderner und digitaler machen und nach der Coronavirus-Krise die Konjunktur ankurbeln. Das ist auch die Chance für Österreich bei Schulbauten ökologische Maßnahmen zu setzen.

Schulgebäude ökologischer machen

"Es freut uns natürlich sehr, dass die Bundesregierung bei wichtigen inhaltlichen Punkten [...] unsere Ideen und hohen Anforderungen aufgegriffen hat.", sagt Lucia Malfent, Pressesprecherin der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Die BIG ist eine der größten Immobilieneigentümerinnen Österreichs, zu der etwa die öffentlichen Schulen gehören.

"Somit werden Themen wie Energieeffizienz, erneuerbare Energie, Limitierung der CO2-Emissionen, reduzierte Bodenversiegelung und vermehrte Grünflächenanteile bei zukünftigen Projekten jedenfalls berücksichtigt", so Malfent. 

Auf den Spuren der Vorgängerregierung

Der nachhaltige Mindeststandard der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist ein Katalog von Kriterien, die bereits im Planungsprozess der Gebäude berücksichtigt werden müssen. Damit wird die Umsetzung von 43 Maßnahmen des "BIG Holistic Building Programs" (HBP) sowie das Erreichen von mindestens 750 klimaaktiv-Punkten zur Pflicht für alle Neubau- und Generalsanierungsprojekte, für die ab 2020 ein Planerfindungsverfahren durchgeführt wird.

Die neuen Pläne für die Schulen bauen auf einem Vorgängerprogramm von 2008 auf – vom damals genehmigten Kostenrahmen von rund 2,3 Milliarden Euro wurden bisher rund 90 Prozent realisiert. Österreichs Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) lobte deshalb neben den eigenen Plänen zur Ökologisierung auch die Vorgängerregierungen. Diese hätten hier gut gearbeitet. 

Moderne Schulen für Österreich

Laut Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will man im Rahmen der Sanierung und von Neubauten weitere Ziele für eine modernere Schule erreichen. So sollen die Schulen etwa besser an ganztägige Schulformen im Unterstufenbereich angepasst werden. Dafür brauche es Einrichtungen wie Aufenthaltsräume, Mensen und Ruheräume. Die IT-Infrastruktur soll auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden, so soll jede Schule an das Glasfasernetz angebunden werden und flächendeckendes WLAN und genug Stromanschlüsse zur Verfügung stehen.

Er denke an eine „Schule von morgen“, mit entsprechender Architektur – etwa mit Räumen, die nicht einer Klasse, sondern einem Unterrichtsfach zugeordnet werden. Auch für Lehrkräfte soll genug Platz geschaffen werden: „Wenn wir Lehrende länger in der Schule haben wollen, müssen wir diesen auch mehr Platz geben“, so Faßmann.

MM