Diese Farbe absorbiert CO2 und hilft im Kampf gegen Luftverschmutzung

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15 Mal atmet der Mensch in einer Minute ein und wieder aus. Sieben Millionen Menschen weltweit sterben jährlich daran. Das zeigt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach ist in vielen Großstädten, aber auch auf dem Land, die Luftqualität so schlecht, dass sie Menschen todkrank macht. Neun von zehn Menschen weltweit atmen Luft, die viel zu stark mit Schadstoffen belastet ist.

Was wäre, wenn Gebäude Lungen hätten?

In Rom gibt es daher ein neues Anti-Smog-Projekt: Auf einer 1000 m² großen Fläche wurden die Hauswände mit einer Farbe bemalt, die Schadstoffe wie CO2 absorbieren kann. "Hunting Pollution" heißt das Werk (s. Video). Diese bemalte Fläche absorbiert genauso viel CO2 wie es 30 Bäume tun würden. Doch in der Großstadt ist kein Platz für diese Bäume.

Die Farbe bekämpft Stickoxide aus Fahrzeugen, Benzol und Formaldehyd, Zigarettenrauch, schlechte Gerüche und beseitigt sogar antibiotikaresistente Bakterien. Es handelt sich im Wesentlichen um eine städtische "grüne Lunge". Dabei ist die verwendete Farbe nicht einmal neu. 

Neuer Anstrich gefällig?

So wie Eisen rostet, wenn es mit Sauerstoff und Wasser in Berührung kommt, können die Zellen in der Farbe einfache chemische Reaktionen hervorrufen, wenn sie mit Kohlendioxid-Molekülen in Berührung kommen und das CO2 in Kalziumkarbonat oder Kalkstein verwandeln, was verhindert, dass das Treibhausgas in die Ozonschicht aufsteigt. Die chemischen Prozesse der Farbe sind ähnlich wie jene der Fotosynthese von Pflanzen. Die Farbe lässt sich auf Innen- und Außenwänden auftragen, um Smog oder Stickstoff zu binden. 20 Liter Farbe mit Graphen-Kalk-Lack absorbieren so viel CO2 wie ein Baum.

Positiver Nebeneffekt: Die Dicke des Kalksteins wächst durch die Absorbierung mit der Zeit, wodurch eine Isolierung der Hauswand entsteht und das Gebäude mehr Wärme speichern kann oder es vor dem Aufheizen durch Sonne schützt. Diese Schicht entsteht innerhalb von zehn Jahren.

Interesse im industriellen Bereich steigt mäßig

Obwohl Regierungen planen, Elektrofahrzeuge zur Norm zu machen, um die Schäden durch Schadstoffe zu reduzieren, haben sich noch keine zufriedenstellenden Lösungen gefunden. In London, Rom und Bangalore kommt die Farbe wohl nach und nach zum Einsatz, aber ist bislang ein Tropfen auf den heißen Stein.


More than just art: This paint absorbs CO2 and fights against air pollution

A person breathes 15 times in and 15 times out per minute. Seven million people die from this annually and worldwide. This is the result of a study published by the World Health Organization (WHO). According to the study, the air quality in many large cities, but also in rural areas, is so poor that it makes people critically ill. Nine out of ten people worldwide breathe air that is far too contaminated with pollutants.

What if buildings had lungs?

In Rome, the walls of a 1000 m² building were painted with a paint that can absorb pollutants such as CO2. The new "anti-smog project" is called "Hunting Pollution". The area now absorbs as much CO2 as 30 trees would. Unfortunately, there is no room for these trees in a metropolitan city such as Rome.

Although, the paint is not really new. Just as iron rust when it comes into contact with oxygen and water, the cells in the paint can cause simple chemical reactions when they come into contact with carbon dioxide (CO2) molecules and transform the CO2 into calcium carbonate or limestone, preventing the greenhouse gas from rising into the ozone layer. The chemical processes of the paint are similar to those of plant photosynthesis. The paint can be used on interior and exterior walls to bind smog or nitrogen. 20 litres of paint with graphene lime paint absorb as much CO2 as one tree.

Positive side effect: the thickness of the limestone increases over time due to absorption, which insulates the house wall better and allows the building to store more heat or protects it from being heated by the sun. The layer is formed within ten years. 

Interest in the industrial sector increases moderately

Although governments are planning to make electric vehicles the norm to reduce damage from pollutants, no satisfactory solutions have yet been found. In London, Rome and Bangalore the colour was used, but it is still not sustainably established.

DM